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Alter / Geriatrie

Jedes Alter stellt Menschen vor spezifische Probleme und Herausforderungen, die es zu lösen bzw. zu meistern gilt. Besonders Krankheit und gesundheitliche oder soziale Beeinträchtigungen können zu verminderter Handlungsfähigkeit im Alltag führen und dadurch Selbstständigkeit, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität herabsetzen.

Besonders geriatrische Erkrankungen, also Krankheiten im fortgeschrittenen Lebensalter, führen häufig zu einem erhöhten Hilfebedarf durch unterschiedliche Berufe: Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen und der Einsatz von Pflege, von Ergo- und Physiotherapie, Logopädie und der medizinischen Fußpflege. Diese verschiedenen Leistungen sinnvoll zu koordinieren, fällt häufig Angehörigen zu, oder es wird eine gesetzliche Betreuung erforderlich.

Die Zunahme von Alterserkrankungen durch den höheren Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft macht bei fortschreitenden Erkrankungen öfter auch die Ergotherapie als Hausbesuch erforderlich. Dieser ermöglicht uns, mit den Betroffenen eine Bewältigung bzw. die Gestaltung ihres Alltags im gewohnten Lebensumfeld zu üben und mit ihnen Überlegungen zur sinnvollen Anpassung ihres Lebensumfeldes durchzuführen. Auch der Umzug in eine andere Wohnform kann im Rahmen der Ergotherapie unterstützt und begleitet werden.

Ergotherapie Trosch

Angehörige / Umwelt

Einem sozialen System anzugehören, also an der Gesellschaft teilzuhaben, ist für die meisten Menschen ein grundlegendes Bedürfnis. Je nach den aktuell bedeutsamen Rollen als Schüler, Auszubildende, Berufstätige, Eltern, Familienangehörige oder in Freundschafts- und Freizeitzusammenhängen kann die Teilhabe aber auch Probleme mit sich bringen oder eine Herausforderung für Betroffene und deren Angehörige darstellen.

Im Rahmen der Ergotherapie können Lösungen für Alltagsprobleme z. B. durch Beratung zur Anpassung des Wohnumfeldes gefunden und gemeinsam in den Alltag übertragen werden. Auch die Beratung von betreuenden oder pflegenden Angehörigen, z. B. Lebenspartnern, Eltern, Kindern, zum Umgang mit der Erkrankung oder zur Inanspruchnahme von Hilfen für die Betroffenen sind Bestandteil der Ergotherapie.

Behinderung / Teilhabe

Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Behinderung benötigen im Alltag kontinuierliche Unterstützung und Assistenz, z. B. in den Bereichen Haushaltsführung, Mobilität, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder Hilfe im Arbeitsleben. Dabei spielen vor allem Hilfe zur Selbsthilfe und Problemlösungsstrategien eine wichtige Rolle.

In der Ergotherapie können Ziele erarbeitet werden, um eine höhere Lebensqualität zu erreichen. Dazu gehören außer der gezielten Verbesserung der Körperfunktionen u. a. auch die Versorgung mit geeigneten Hilfsmitteln, die Unterstützung bei der Organisation des Alltags wie auch die Beratung zur Anpassung des Arbeitsplatzes.

Belastungserprobung / Jobcoaching

Wenn als Folge von psychischen Störungen oder anderen Erkrankungen und Behinderungen sowie durch Über- oder Unterforderung im Arbeitsleben Störungen der Grundarbeitsfähigkeiten auftreten, kann von einem Facharzt eine Belastungserprobung verordnet werden. Zur Verbesserung der beruflichen Integration und Teilhabe können im Rahmen der Ergotherapie mithilfe von geeigneten Arbeitsaufgaben aktuelle Fertigkeiten und Belastbarkeit überprüft, deren Erhalt sowie auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit angestrebt werden.

Mithilfe von Beratung (Jobcoaching) können Betroffene z. B. punktuell in ihrem Ausbildungs- oder Arbeitsalltag, in Praktika oder anderen Maßnahmen begleitet werden, um die Stabilisierung der bestehenden beruflichen Situation oder eine beabsichtigte Neuorientierung im Arbeitsleben zu unterstützen.

Chirurgie und Unfallfolgen

Nach Operationen am Stütz- und Bewegungsapparat, z. B. nach Gelenkersatz oder Amputationen und nach chirurgischen Eingriffen, die eine länger andauernde Immobilität zur Folge haben, trägt die gezielte Aktivierung und Mobilisierung durch die motorisch-funktionelle Behandlung in der Ergotherapie dazu bei, dass die Betroffenen ihren gewohnten Betätigungen möglichst bald wieder nachgehen können oder lernen, ihr Leben mit den Einschränkungen wieder möglichst autonom zu gestalten.

Eine fachkundige Narbenbehandlung unterstützt die Wundheilung und hilft, negative Folgen der Narbenbildung wie Verklebungen bzw. Verhärtungen des Bindegewebes zu vermeiden und daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen vorzubeugen.

Nach einem erlittenen Unfall (Trauma) müssen neben den körperlichen Verletzungen u. U. auch psychische Auswirkungen wie Ängste oder posttraumatische Belastungsstörungen überwunden werden. Nach Arbeits- oder Wegeunfällen werden die Kosten von der Berufsgenossenschaft des jeweiligen Arbeitgebers übernommen, bei einer manchmal langfristigen Therapie und Rehabilitation bis zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Ziel der Ergotherapie ist die Unterstützung der möglichst baldigen Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Funktionen und Fähigkeiten nach einem erlittenen Trauma. Es kommen Ansätze und Behandlungsmethoden zum Einsatz, die in den Abschnitten Chirurgie, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie / Psychosomatik sowie Arbeitstherapie und Belastungserprobung beschrieben wurden.

Kinder und Jugendliche / Pädiatrie

Zu Beginn werden in einem Gespräch mit einem oder beiden Elternteilen die bisherige Entwicklung des Kindes, aktuelle Schwierigkeiten im Alltag und erste Ziele und Wünsche für die Therapie besprochen.

Zum Einsatz kommen in der Ergotherapie je nach Problematik verschiedene Befundinstrumente zur Beobachtung und Feststellung der Entwicklung, z. B. der Grob- und Feinmotorik, der Bewegungskoordination, der Wahrnehmung und der altersentsprechenden Selbstständigkeit im Alltag. Kinder mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS/ADHS) und mit einer Umschriebenen Entwicklungsstörung der Motorischen Funktionen (UEMF) benötigen eine umfassende Förderung in den Bereichen Aufmerksamkeit, motorische und Handgeschicklichkeit, Selbstinstruktion und Selbstvertrauen. Bei Vorschulkindern spielt häufig die Feststellung und Automatisierung der Händigkeit eine Rolle, bei Schulkindern die Konzentrationsfähigkeit, Lese- und Rechtschreibstörungen.

Der Fortschritt wird zum Ende jeder Verordnung mit den Eltern ausführlich besprochen und als Bericht an den verordnenden Arzt kommuniziert.

Ergotherapie Trosch
Ergotherapie Trosch

Neurologische Erkrankungen

Erkrankungen des Zentralen oder peripheren Nervensystems haben oft weitreichende Folgen und können zu einer erheblichen Einschränkung der selbstständigen Lebensführung und der Lebensqualität führen.

Behandelt werden in der Ergotherapie Kinder und Erwachsene mit Erkrankungen des Zentralen Nervensystems wie z. B. Schädel-Hirn-Traumata, Hirnverletzungen, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose und Schlaganfälle, Hirnblutungen und -tumore sowie degenerative und entzündliche Prozesse des ZNS, des Rückenmarks und des peripheren Nervensystems.

Neben der Verbesserung von Körperfunktionen wie Krafteinsatz und -dosierung, der Oberflächen- und Tiefensensibilität sowie der Feinmotorik spielt auch die Beratung zu notwendigen Hilfsmitteln und deren Anwendung im Alltag eine wichtige Rolle.

Ergotherapie Trosch

Da nicht selten auch kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis eingeschränkt sind, kann in der Ergotherapie zusätzlich ein Hirnleistungstraining (neuropsychologisch orientierte Behandlung) durchgeführt werden, das ebenfalls an der Anwendung im Alltag ausgerichtet ist.

Orthopädie und Handtherapie

Wirbelsäulenerkrankungen, Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen sowie Gefäß-, Muskel- und Bindegewebserkrankungen führen häufig zu schmerzhaften Einschränkungen der Beweglichkeit oder Fehlhaltungen der betroffenen Körperregionen und Extremitäten. Über-, Unter- und Fehlbelastung, degenerative Prozesse des Bewegungsapparates wie z. B. Arthrose, Polyarthritis, Kontrakturen oder angeborene Fehlbildungen können zu schweren Beeinträchtigungen der Alltagsbewältigung und der Lebensqualität führen.

Behandelt werden in der Ergotherapie Menschen jeden Alters mit degenerativen und/oder entzündlichen Gelenkerkrankungen, Muskeldystrophien, Verbrennungen, Frakturen, Quetschungen oder Amputationen (s. auch Chirurgie und Unfallfolgen).

Ziele sind bei den genannten Einschränkungen neben der Schmerzreduktion meist auch die Verbesserung von Kraft- und Bewegungsausmaß und -kontrolle, um den erforderlichen oder gewünschten Betätigungen in Beruf und Freizeit wieder nachgehen zu können.

Zur vorübergehenden oder dauerhaften Kompensation der motorischen Einschränkungen im Alltag findet in der Ergotherapie eine Hilfsmittelberatung zum Erhalt, zur Anpassung und bei der praktischen Anwendung der Hilfsmittel statt, wie z. B. für Griffverdickungen, Schreib- oder Gehhilfen, Rollstühle, Schienen etc.

Die Hände stellen besonders wichtige „Werkzeuge“ dar, mit denen der Mensch seinen Alltag unabhängig bewältigen und sein Umfeld gestalten kann. Viele Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Arbeit und Freizeit sind ohne den Einsatz der Hände kaum vorstellbar.

Ergotherapie Trosch
Ergotherapie Trosch

Psychiatrie und Psychosomatik

Psychische Störungen gehen häufig mit sozialem Rückzug oder Ausgrenzung einher, sodass die Betroffenen einerseits unter den psychischen Symptomen wie Angst, Depression, wahnhaftem Erleben, Zwängen oder einer Abhängigkeit leiden und andererseits auch in ihrer gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe erheblich eingeschränkt sind.

In der psychisch-funktionellen Einzeltherapie werden individuelle Ziele herausgearbeitet und gemeinsam entsprechende Maßnahmen geplant, um diese zu erreichen. So kann z. B. das gezielte Üben oder Erlernen von praktischen Kompetenzen für den Alltag oder das Verbessern der Ausdrucksfähigkeit mit nonverbalen, handwerklichen oder künstlerischen Mitteln das Leben mit der Erkrankung erleichtern oder verbessern helfen.

Auch in der Gruppe können Ausdruck und Kompetenzen gezielt gefördert werden. Eine zusätzliche Möglichkeit besteht hier im Training von sozialen Kompetenzen durch die Selbsterfahrung und das gegenseitige Rückmelden von Stärken oder Schwächen in der Gruppe und das Einüben von neuen oder veränderten Verhaltensweisen im geschützten Rahmen.

Durch den Einsatz von Papier-, PC- und alltagsbezogenem Hirnleistungstraining können z. B. Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Gedächtnis, und dadurch die Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags, gezielt geübt und verbessert werden.

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